Dieser Blog beschäftigt sich mit den vom Autor als wichtige Themen der Zeit erkannten Geschehnisse auf der Welt und versucht diese kritisch zu hinterfragen. Die darin vertretenen Positionen sind als reine Meinungsäußerung zu verstehen und erheben keinerlei Anspruch auf unbedingte Wahrheit. Diskussionen sind Willkommen, jedoch wird ein gewisses Mindestmaß was Qualität, Sprache und Respekt gegenüber den anderen Disskutierenden angeht erwartet.
Mittwoch, 25. November 2009
Die Irakkrieg Kommission
Einleitung
Mein allererster Blog beschäftigt sich mit einer aktuellen Schlagzeile von heute, nämlich der die verkündet, dass in Großbritannien eine Kommission seine Arbeit begonnen hat, die klären soll was aus den Geschehnissen vor und während des Irakkrieges gelernt werden kann. Anders gesagt soll sie aufklären was richtung und was falsch gemacht wurde, besonders im Bezug auf die Entscheidungsfindung der damaligen britischen Regierung unter Tony Blair.
So sollen Zeugen gehört werden, Regierungsdokumente eingesehen werden und Experten gehört werden. Nach Aussagen des Premierministers (Gordon Brown) ist kein Dokument dem Zugriff der Kommission vorenthalten. Klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Warum aber regt sich nun Widerstand? Sehen wir weiter...
Warum wird solch eine Kommission ins Leben gerufen?
Im Gegensatz zu Deutschland hat das Vereinigte Königreich im (vorerst) letzten Irakkrieg an der Seite der amerikanischen Verbündeten aktiv teilgenommen. Bekanntlich wurden von Seiten der USA gestützt von den Briten als Hauptgründe für den Krieg die angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen (Lüge) und die Mittäterschaft an den Anschlägen am 11. September 2001 (unbewiesen) angegeben.
Nachdem später bekannt wurde, dass diese Behauptungen nicht nur falsch sondern auch noch vorsätzlich gelogen waren, begann sich verstärkt Widerstand gegen den Irakkrieg zu formieren und in Großbritannien wurden Fragen gestellt, wieviel die Regierung Tony Blair von den Lügen wußte und von wann an man eigentlich für einen Krieg geplant hat.
Wer sitzt in der Kommission?
Um solch schwierige Fragen zu klären braucht man natürlich entsprechend qualifizierte Teilnehmer. Diese sollten zum einen möglichst große Erfahrung auf der weltpolitischen Bühne haben und zum anderen unabhängig von der damaligen wie heutigen Regierung sowie von den Interessen Dritter sein. Sehen wir uns die Kommissionsteilnehmer mal an:
Vorsitz: Sir John Chilcot
- ehemaliger Staatsbeamter und Diplomat
- leitete bereits den "Butler Review" -> eine Kommission die sich mit den Geheimdienstaktivitäten beschäftigt hat, die zu der Annahme geführt haben, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt und versteckt. Die Kommission empfahl als Ergebnis Ihrer Arbeit der Regierung bei zukünftigen ähnlichen Fällen bessere Informationen einzuholen... (grandios!!!); geriet in die Kritik weil er sich nach Ansicht der Öffentlichkeit mit der Regierung Blair nicht kritisch genug auseinander gesetzt hat (Stichwort: "whitewash")
weitere Mitarbeiter:
Professor Sir Lawrence Freedman - Historiker und politischer Berater - beriet Tony Blair in Fragen der Aussenpolitik
Sir Martin Gilbert - Historiker und Autor, Fachgebiete Holocaust und jüdische Geschichte; Biograf von Sir Winston Churchill, geriet in die Kontroverse als er Tony Blair und George W. Bush Jr mit Churchill und Roosevelt verglich
Sir Roderic Lyne - britischer Botschafter in Rußland von 2000-2004, Berater von JPMorgan Chase & Co (größte amerikanische Bank; beschäftigt sich auch mit der Neuregelung der Finanzmärkte im Irak!), Sonderberater für BP (Britisch Petrol - fördert Öl im Irak)
Usha Prashar, Baroness Prashar - Politikerin
Ich will jetzt keinem dieser ehrenwerten Mitglieder absprechen, dass sie von Ihren Kenntnissen und Erfahrungen her ungeeignet für die Aufgaben, die von Ihnen erwartet werden, sind. Jedoch kommen mir doch einige Bedenken, was die Unabhängigkeit zumindest der männlichen Teilnehmer angeht. Wie kann man erwarten, dass ehemalige Botschafter, die jetzt Berater von den größten Kriegprofiteuren im Irak sind und von Leuten die zum Teil maßgeblich an der Politik Tony Blairs beteiligt waren, eine unabhängige Beurteilung der Geschehnisse abgeben können?
Ich behaupte man kann es nicht!
Es zwingt sich Einem beinahe der Eindruck auf, man will es nicht!
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